Die Zunft der Pfister und Müller unterschied von der Gründung (1336) bis zur Auflösung (1798) klar zwischen Handwerksinnung und der mit politischen Rechten ausgerüsteten Zunft. In Handwerkssachen waren die Pfister und Müller von jeher getrennt, in politischen Dingen waren sie als sogenannte «gespaltene Zunft» miteinander verbunden. Dabei hatten die Pfister jeweils doppelt so viele Ratsmitglieder und Soldaten zu stellen wie die Müller. Die Pfister teilten sich in «Fogenzer» (von focus, der Herd), d.h. solche, denen die Kunden ihr eigenes Mehl brachten zum Verbacken, und «Feiler», welche Brot aus selbst gekauftem Mehl lieferten.
Während der Zeit des Zunftregimes zwischen 1336 und 1798 wählte die Weggenzunft 77 Zunftmeister aus 56 Geschlechtern. In dieser Zeit stellte sie fünf Zürcher Bürgermeister. Von den bis zur Französischen Revolution zünftigen Familien erscheinen heute noch verschiedene Geschlechter im Zunftrodel.
Bei der Neukonstitution im Jahr 1802 bestand die Zunft zum Weggen aus 93 Partizipanten aus 45 Geschlechtern. Heute sind etwa ein Fünftel der Zünfter aktive oder im Ruhestand befindliche Bäcker, Konditoren und Müller. Das ist derselbe Anteil wie um 1790, also gegen Ende des Zunftregimes.
Das Archiv der Zunft zum Weggen wird in der Handschriftenabteilung der Zentralbibliothek verwahrt. Professor R. H. Hofmeister, jener Weggenzünfter, welcher 1866 als erster die Geschichte einer Zürcher Zunft verfasste, erkannte den Wert der im Haus zum Weggen vorhandenen Protokolle. Als das Haus 1871 verkauft wurde, fand der wertvolle Bestand den Weg in die Zentralbibliothek. So verfügt die Zunft zum Weggen von allen Zürcher Handwerkszünften heute über das am weitesten zurückreichende, umfassendste Archiv.


