Zunftintern unterschied man früher klar zwischen Handwerksinnung und der mit politischen Rechten ausgerüsteten Zunft. In Handwerksangelegenheiten waren die Pfister und Müller von jeher getrennt; in politischen Dingen aber waren sie als sogenannte «gespaltene Zunft» miteinander verbunden. Dabei stellten die Pfister jeweils doppelt so viele Ratsmitglieder und Soldaten wie die Müller. Die Pfister teilten sich in «Fogenzer», d. h. solche, denen die Kunden ihr eigenes Mehl zum Verbacken brachten und «Feiler», welche Brot aus selbst gekauftem Mehl lieferten.
Die Geschichte der Zunft zum Weggen im alten Zürich ist geprägt vom immerwährenden Kampf um ein redliches Brotgewicht. Nach einem Erlass von 1429 mussten die Mitglieder zu diesem Punkt sogar einen Eid ablegen; «Und wer dawider tut, den wellend unser herren strofen». Dieser Eid war eine zürcherische Eigenart.
Auch heute gehören dem Weggen noch rund dreissig gelernte Bäcker und Müller an. Der Name «zum Weggen» geht auf das Hauszeichen am früheren Zunfthaus zurück.

